ERINNERUNG AN MICH SELBST: Nur weil irgendwas inzwischen ist - muss es ja nicht so bleiben.

Während ich hier sitze - nur ich, mein Schreib-Laptop und das Meer - wird mir klar, wie gut es mir geht. Weit weg von dieser Medienblase. Dem Egoquatsch. Das hat mit mir alles gar nichts zu tun. Und doch war ich jetzt fast 10Jahre ein Teil davon. Hat also wohl doch ziemlich viel mit mir zu tun.

Inzwischen. 

Ich möchte das nicht. Also schreib ich das hier auf, damit ich mich zuhause daran erinnere, wie gut es mir geht. Weit weg von diesem ganzen Zirkus. Und wie glücklich ich bin - ohne das alles. Nur ich, mein SchreibLaptop und das Wasser. 

Also nur ganz schnell. Eine kurze Erinnerung an mich selbst:

Mach Dir klar, wie verflucht privilegiert das ist. Niemand zwingt Dich zu dem Scheiß. Und Du kannst einen Arsch voll anderer Dinge tun. Also: Nur weil irgendwas inzwischen ist, muss das ja nicht so bleiben. Besorg Dir einfach zuhause einen Ort für Dich und den Schreib-Laptop. Irgendwo am Wasser. Weit weg von der Blase. Muss ja nicht gleich Südfrankreich sein. Und dann werd ein Teil von etwas neuem!

TÄTOWIERT EUCH UNSERE NAMEN! Wie wir alle unsere eigene Fresse ausbeuten.

Ich bin im Urlaub. Selten habe ich ihn mehr gebraucht als jetzt. Acht Jahre voller Arbeit liegen hinter mir. Ohne Wochenenden. Ohne Feiertage. Immer eine neue Idee. Immer irgendein Projekt. Verein gründen. Buch schreiben. Firma gründen. Immer Punk-Rock. Immer alles selber machen. Was die Welt nicht verbessert, ist nicht gut genug. Was keinen Unterschied macht, ist zu klein. Die Ansprüche an die eigene Arbeit utopisch. 

So sind wir. Die neuen Macher*Innen der Kreativmedienwelt. Wir feiern die CaseyNeistatsKliemänner der Branche. DO MORE! MAKE IT COUNT!

DIE KAPITALISIERUNG DER EIGENEN FRESSE.
DIE AUSBEUTUNG DES SELFMADELANDES.

Das emotionalste Projekt. Das krasseste Video. Das persönlichste Album. Das ehrlichste Buch. Alle verwirklichen immer ihren größten Lebenstraum. Und danach direkt den nächsten. 

Wir nehmen euch mit. Twitter. Youtube. Insta-Stories. Wir reden über uns. Oder unsere Blase. Metaebene-Podcast, die verzweifelt versuchen, sich durch die Metaebene über die Ebene zu erheben. Sind wir der Journalismus von morgen? Ist der Print tot? Wer schaut noch TV? Lass mal ne Serie mit Netflix machen! 

Was haben wir nicht immer „im Moment grad wahnsinnig viel zu tun“.

Wir ermahnen uns gegenseitig, auch mal Pause zu machen. Versichern uns, dass wir ja „nur noch bis wannauchimmer“ rocken müssen und wissen selber, dass nach „wannauchimmer“ eh „ichbindairgendwieinwasneuesreingerutscht-dakonnteichnichtneinsagen“ wartet. Haben wir ständig Ideen? Oder ständig Angst, was zu verpassen? Wer immer zu allem etwas zu sagen hat - hat der überhaupt etwas zu sagen? Und geht es wirklich noch ums Machen? Oder darum, zu zeigen, was man macht? Wer mehr Zeit mit dem Vermarkten des Machens verbringt, als mit dem Machen selbst - ist der noch ein Macher? Oder nur noch eine Selbstvermarkter? Und: Was machen eigentlich die anderen? Das muss man aufm Schirm haben! Wir schauen Abends Insta-Stories, die uns eigentlich nicht interessieren. Beschäftigen uns mit Menschen, die uns eigentlich egal sind. Liken Shout-Out-Fotos, die wir eigentlich peinlich finden. Aber eigentlich ist das ja nett gemeint. Eigentlich ist das für die Reichweite ganz gut. Eigentlich ist es doch ok, das Shoutout-Game mitzuspielen, wenn es einen weiterbringt. Eigentlich. Eigentlich ist inzwischen eine ziemlich flexible Angelegenheit. 

EIGENTLICH MY ASS.

Eigentlich sind unsere Projekte auch ganz geil. Aber das Foto, von dem jetzt alle sagen, es sei Kunst und wir ein Genie - das ist eigentlich geklaut. Gab es schon mal. Vor einigen Jahren. Wissen wir eigentlich auch. Eigentlich. Das Buch, dass wir mit unserer Reichweite und Marketing-Budget auf die Bestseller-Listen gepusht haben, ist eigentlich ziemlich flach. Wissen wir eigentlich selber. Eigentlich. Aber wenn wir nur lang genug behaupten, dass wir eigentlich die Geilsten sind, dann glauben sie es uns. Und vielleicht glauben wir es uns ja auch selbst.

Der Körper mahnt mehr als die KollegInnen. Wer kann von uns eigentlich noch richtig schlafen? Ein Bandscheibenvorfall hier, Hautabfuck da - ein Wochenende heulend im Bett liegen oder in der Dusche zusammenbrechen? Morgens erst mal Blut spucken? Normal. Wir haben keinen Job. Wir haben uns. Wie macht man eigentlich Feierabend, wenn man selbst die Arbeit ist? Aber Arbeit ist das ja nicht. Das ist Leidenschaft. Und wir sind dankbar, dass wir so leben dürfen. 24/7. Immer.

Wie egozentrisch muss man sein, um sich immer mit sich selbst zu beschäftigen - und sich dennoch zu mögen? Und wie krank macht es, wenn man das nicht ist? 

Höher. Weiter. Schneller. Viraler. 
Alles immer wichtig. Und alles immer jetzt.
Wer hat den geteiltesten Post? Wer hat noch eine Meinung? 

Wir sind depressiv. Manisch. Selbstzerstörerisch. Süchtig.
Sind wir das wegen der Kreativwelt? 
Oder sind wir deswegen hier?
Lass mal lieber nichts in Frage stellen jetzt. Läuft doch so gut grade, mit der digitalen Selbstausbeutung.

Währenddessen geht irgendwas von uns viral.

Wir beteuern brav, wie dankbar und gerührt wir sind. Ohne die Community wären wir nix. Sie sind ein Teil von uns. Und wir alle ein Teil von etwas ganz einzigartigem. Wie einzigartig scheiße grenzüberschreitend die Community ist, das behalten wir mal besser für uns. Wer beißt schon in die Hand, die einen retweetet? Wer Community sagt, muss sich auch umarmen lassen! Wir sind es ihnen schuldig.

Wir sind cool. Ironisch. Und so witzig.
Aber auf gar keinen Fall rassistisch. Und sexistisch.
Das haben wir überwunden. Die Zeiten sind vorbei. 

Wir feiern die weißen* Online-Männer nur, weil es ja keine Frauen gibt. Keine POC. In der Online-Blase. In der Musik-Welt. In der Kreativ-Branche. Klar, dass wir dann mehr weiße Männer liken, retweeten und feiern. Klar, dass dann die Festivals zu 99% aus männlichen und weißen Gigs bestehen. Klar, dass die weiblichen Onlinemenschen dann nerven, weil sie sich halt immer überall in den Vordergrund spielen müssen - aber schau dir mal diesen unfassbar talentierten männlichen Tausendsassa an. Wahnsinn, was der alles rockt! Lasst den mal pushen. Lasst den mal featuren. Und von Mann zu Mann im Podcast darüber sprechen, wie feministisch wir eigentlich alle sind - weil es uns ja wirklich egal ist, ob jemand einen Uterus hat, oder nicht.

Dass wir Backstage Frauen diskriminieren, klein-halten und anfeinden, schikanieren, mobben und verleumden. Ja. Gut. Doof. Aber bekommt ja keiner mit. Dafür sorgen wir schon. Solange wir jemanden kennen, der wen kennt, werden wir jede Kritikerin irgendwann mundtot machen.

WIR SIND ALLE ANDERS ALS DIE ANDERE!

Wir sind alle anders als die „InfluencerInnen, die nur Produkte bewerben“. Wir amüsieren uns über Sami und Bibi, während wir unsere eigene Fresse ausbeuten. Und so tun, als ob die Jobs und Aufträge, die wir bekommen, nichts mit unserer Instagram-Reichweite zu tun haben. Wir sind real. Wir sind ehrlich. Wir sind anders. Alle.

Unsere Namen sind ein Rabatt-Code beim Schönheitsarzt. Unsere Haltung eine Marketingstrategie. Aber das ist alles keine #Werbung. Das ist unsere Meinung. 

Schaut her, unser Leben ist der Shit! Oder wahnsinnig ironisch. Wer arbeitet noch mehr? Wer ist noch kaputter? Wer ist die beste Punch-Line? Wer will noch mal - wer kann noch mehr? Swipet mal hoch! Fragt uns alles! Wir sind da ehrlich mit euch. Wir haben ja keine Lust auf den Fake-Zirkus. Wir haben uns schon lange selbst zu Äffchen gemacht.

Wir tanzen euch auf unsere Instagram-Manege unsere Beziehung vor, aber wie wir unsere Partner Backsage betrügen, das zeigen wir euch nicht. Wie wir Blut spucken, wahre Freunde verlieren, weil wir zu viel mit euch abhängen - das erzählen wir euch nicht. Es sei denn, da lässt sich irgendwas draus machen. Hashtagrelalife.

Wir zeigen euch unsere Kinder, wenn ihr das klickt. Ihr seid aber ja auch alle unsere Family. Teilt das mal, capturet das mal, markiert uns mal, liebe Online-Familie. Dann teilen wir die emotionalsten Reaktionen von euch auf unsere „Kunst“.

Schickt uns die mal!
Filmt euch beim Weinen!
Zeichnet unsere Gesichter!
Tätowiert unsere Namen! 

Dann bleibt wenigstens irgendwas von uns für immer.

DAS SELBE VERFLUCHTE MEER.

Heute war ich schnorcheln. Im Meer. 
Wasser ist alles für mich. 
Ich bin ein besserer Mensch am Wasser. 
Und im Wasser fühl ich mich auch so. 

DAS SELBE MEER No4

Wir sind mit einem Boot raus. 50 Shades of Blau. Wind im Gesicht. Ich fühlte mich ziemlich sehr gut. Und ziemlich sehr lebendig. 

Aber während ich im glasklaren Wasser tauche und alles in mir denkt: So will ich leben - da wird mir klar, dass im selben Meer zur selben Zeit Menschen sterben. 

Zurück an Bord teile ich meinen Gedanken. Es ist das selbe verfluchte Meer. Wir schnorcheln. Sie sterben. Wir reden über diese verfluchte Ohnmacht. Dieses Gefühl, dass man ja eh nichts ändern kann. Dass man ein verflucht privilegierter weißer Mensch ist. Und nichts, aber halt absolut gar nichts dafür kann, dass man so verflucht weiß und so verflucht privilegiert ist. Was soll man denn machen? Ein Post für Ärzte Ohne Grenzen, SOS Mediterranee - ein Hashtag - ein Aufruf - eine Spende? 

DAS SELBE MEER No6

Und alles in mir schreit. Klar: Mach Lärm. Für alle, die was tun. Für die, die an ihrer Hilfe gehindert werden. Mach Druck. Geb Geld. Oder Zeit. Irgendwas geht immer. 

Aber hör auch einfach mal auf, so rumzuheulen. Was für ein verfluchtes Privileg, darüber rumheulen zu können, dass man sich ob all der Weißheit (ß nicht s!) - ob all der Privilegien so verflucht ohnmächtig fühlt!

Ich denke an einen Freund meiner Mama. Der meiner kleinen Schwester, als sie mit 14 Jahren zum ersten Mal in Nigeria war und sich so verflucht ohnmächtig und privilegiert fühlte:

Heul nicht rum. Mach was draus. Nutze deine verfluchten Privilegien. Jeden einzelnen Tag. Geh in die Schule, geh studieren - mach eine Ausbildung, reise. Was auch immer. Aber lebe - und zwar jeden Tag. Ist ja nicht deine Schuld, dass Du so verflucht weiß und privilegiert bist. Kannst ja nichts dafür, dass die Welt so ist, wie sie ist - mit deinen 14 Jahren. Aber wenn Du Dein Leben lang ohnmächtig rumheulst und Deine Privilegien verfluchst, statt sie zu nutzen, dann halt schon.

DAS SELBE MEER No2

Also denk ich mir, Marie, geh tauchen und freu dich, dass Du wieder auftauchst - und dann nutz die Kraft, die Dir das gibt und mach was draus. Spende ist raus. Und dieser Text nun auch. Manchmal wünschte ich, ich wäre wie meine Eltern eine Medizinerin, die konkret helfen kann. Bin ich aber nicht. Ich erzähl Geschichten. Also mach ich das. Keine Ahnung, was Du machst. Aber mach es. 

Denn während wir im Meer schnorcheln, sterben neben uns Menschen. Und das ist sehr wahrscheinlich nicht deine Schuld*. Aber wenn Du deswegen nur rumheulst, dann halt schon.

DAS SELBE MEER No1

*Es sei denn, Du bist einer dieser Horste, dann schäme Dich! Dafür, dass Du mit deinen verfluchten weißen Privilegien nichts besseres zu tun weißt, als sie um jeden Preis zu verteidigen. Dass Du Dich aktiv für Ungerechtigkeit in dieser Welt stark machst. RetterInnen kriminalisierst. Und daran Schuld bist, dass Menschen in dem Meer ertrinken, in dem deine Enkelkinder schnorcheln. Dass es das ist, was Du mit deiner Zeit und Macht tun willst - dafür seist Du verflucht. Du widerlicher weißer privilegierter Mensch. 

Aber wegen Dir verharre ich nicht in Ohnmacht. 
Ich tauche. Und tauche wieder auf. Und hab jede Menge Wut mit im Bauch. 

ADIEU PAPIE. Vom letzten Besuch bei meinem Opa.

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Dar letzte Besuch bei meinen Großeltern hat mich irgendwie auf besonderer Weise berührt. Einige Dinge habe ich direkt danach aufgeschrieben. An anderen schreibe ich noch.

Ich war vor diesem Besuch viel zu lang nicht dort gewesen. Meine Firma, Produktionen, Immeristirgendwasdiesdas - und schon war ein Jahr vorbei. In den letzten Monaten hatte ich dann ein echt doofes Bauchgefühl. Mein Opa ist seit Jahren schwer krank - und irgendwie war da auf einmal dieses nervige und immer unbequemer werdende Bauchgefühl, dass er stirbt und ich wegen diesem Immeristirgendwasdiesdas nicht mehr bei ihm war. Also hab ich mir geschworen, dass ich die erste Gelegenheit möglich mache, alles andere absage und nach Frankreich fahre.

Die Gelegenheit war der Geburtstag meiner Mama. Wir haben zu zweit einen Roadtrip nach Frankreich gemacht und wirklich schöne Tage mit meinen Großeltern verbracht - tarte au chocolate gegessen, über Faschisten geschimpft, Chansons gesungen - Oma hat vom französischen Widerstand erzählt und Opa von Musik…

Er wollte alles wissen. Über das Leben in Berlin, Manu, meine Firma, meine Crew, meine Kunst. Ich hab sein Radio repariert und wir saßen einfach da und haben Musik gehört. 

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Dann haben wir uns verabschiedet und irgendwas war anders als sonst. Wir haben uns mehr Zeit genommen. Am Ende haben wir uns an beiden Händen gefasst, als würden wir gleich tanzen.

Das war irgendwie seltsam und gleichzeitig überhaupt nicht. Wir standen uns so in dieser seltsamüberhauptnichtseltsamen Tanzposition gegenüber und sagten zum Abschied leise: À la prochaine. Und ich glaube, in diesem Moment wussten wir auf einmal beide, dass es kein nächstes Mal geben würde.

Das war irgendwie seltsam und gleichzeitig überhaupt nicht. Wir standen uns so in dieser seltsamüberhauptnichtseltsamen Tanzposition gegenüber und sagten zum Abschied leise: À la prochaine. Und ich glaube, in diesem Moment wussten wir auf einmal beide, dass es kein nächstes Mal geben würde.

Opa starb letzte Woche. Es ist traurig. Aber es ist wirklich okay.

Ich teil das nicht, um Beileid oder so zu bekommen. Ich teil das nur, weil es ja manchmal ganz gut ist, wenn man daran erinnert wird, dass dieses Bauchgefühl, das wir alle haben, ne derbe unbequeme nervige Sache sein kann, aber halt auch ne derbe schlaue.

ADIEU, PAPIE. 

KIFFEN AM BANSTEIG

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Heute morgen. In der Stadt, in der ich Abi machte. Am Bahnhof. Eine etwa 16-Jährige. Mit Schulsachen. Kifft.

Das war ich. Vor einigen Jahren. Jeden Tag vor der Schule. Damit ich es aushalte. Damit ich ok damit bin.

Hätte ihr gern gesagt, dass es ok ist, nicht ok damit zu sein.

Aber wer bin ich schon! Vielleicht kifft sie auch einfach nur, weil sie Bock drauf hat und ich projiziere meinen Shit auf sie drauf. Wie wir Menschen das so oft tun. Als wären alle anderen nur Leinwände für unseren eigenen Film.

BERGE

Vielleicht sollten wir all die egozentrisch Narzissten, die Wichtigtuer und selbstgefälligen Arschlochpisser für einige Tage in Berg-Urlaub schicken. Dann könnten sie sich ein paar Ausblicke lang von der Erhabenheit der Felsriesen belächeln lassen und auf ihre Winzigkeit klarkommen.

BERGE

MIT DEM EMMY DURCH KELLER-KÜCHEN.

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Um von der Emmy-Bühne zum Presse-Bereich zu kommen, wird man einmal durch die Keller-Küche geschleust. Das ist vielleicht der schönste Moment von allen. Alle völlig overdressed. Die Kellner gratulieren, während sie mit ihrer Familie facetimen.

Wir sind inzwischen wieder in Berlin. Mit Jetlag und Glück im Gepäck. Und fangen jetzt erst so richtig an zu verarbeiten, was überhaupt passiert ist. Aber eins steht für mich schon mal fest:

Es gibt Menschen, die den roten Teppich lieben. Ich liebe Keller-Küchen. Das ist, was bleibt. Eine Ode an echte Orte.

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SCHEISS AUF ROMEO UND JULIA. Über Beziehungstipps von der Pommesbude.

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Mich erreichen viele Fragen. Ob ich Tipps habe. Für eine glückliche Beziehung und Ehe und so. Und ich glaube, wenn überhaupt, sind diese drei Fotos, die von Svenson Linnert von Manu und mir machte, die besten Ratschläge, die ich habe. 

Zwischen Standesamt und Hochzeits-Party hat mich Manu nicht in einer Kutsche durch die Stadt gefahren. Oder auf Händen über Türschwellen getragen. Nein. Er hat mich auf eine große Portion Pommes eingeladen. 

Weil es scheißegal ist, was man denkt, tun zu müssen an so einem Tag. Es ist auch scheißegal, was man allgemein denkt, in einer Beziehung tun zu müssen. Ihr seid ja nicht in einer allgemeinen Beziehung. Sondern in eurer. Wie die ist, entscheidet ihr. Und das immer wieder neu. 

Die einen lieben monogam. Die anderen nicht. Oder erst so. Dann so. Die einen feiern Pferdekutschen, die anderen sind gegen Pferde allergisch. Die einen freuen sich auf Hochzeits-Traditionem. Die anderen überhaupt gar nicht! Die einen schenken sich Rosen und Herz-Schmuck. Die anderen Käse und Pommes. Es ist wirklich ziemlich scheißegal. So lang es sich gut anfühlt. 

Denn das ist der wirklich allereinzigste Gut-Tipp, den ich habe: Liebe fühlt sich gut an. Dieser ganze Dumm-Scheiß-Poesie-Kack, dass liebe auch weh tut. Und Drama ist. Dass Liebe einen auch zerfrisst. Und Romeo-Julia-Schmerz-Romantik ist. Das ist Bullshit. Eifersucht zerfrisst einen. Neid. Angst. Oder Konkurrenz. Liebe nicht. 

Liebe ist das, was macht, dass man diesen ganzen Scheiß ertragen kann. Und dass am Ende des Tages nicht beide tot sind. Wie Romeo und Julia. Sondern glücklich an der Pommesbude.